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| Poesie, Performance |
Kalima Vogt, geboren in Berlin, ist eine
Grenzgängerin par excellence. Auf eine berufliche Identität läßt sie
sich ebenso wenig festlegen wie auf eine geographische Heimat. Nach
Jahren des „Weltenwanderns“ von Europa über die USA bis Asien, pendelt
sie heute im halbjährlichen Wechsel zwischen Engelskirchen bei Köln
und der Tempelstadt Pushkar im nordindischen Rajasthan. Einen bürgerlichen
Beruf im üblichen Sinne hat sie nie ausgeübt. Sie galt Anfang der
60er Jahre als hoffnungsvolles Nachwuchstalent der konventionellen
deutschen Theaterszene, tauschte aber bereits 1962 die sichere Karriere
gegen die Herausforderung des Living Theater, des berühmten New Yorker
Revolutionstheaters. Anfang der 70er Jahre ging Kalima Vogt nach Asien,
wo sie ohne Unterbrechung 14 Jahre lebte. Sie gründete dort mit dem
Schriftsteller / Filmemacher Ira Cohen einen Verlag und arbeitete
als Malerin, Dichterin und Philosophin; aber wenn man sie fragt, sind
ihr all diese Kategorisierungen zu eng. Ihr Anliegen ist die Erforschung
des Potentials menschlichen Bewußtseins und, um es so allgemein wie
präzise auszudrücken: der menschlichen Freiheit. Orient und Okzident
stellen für sie zwei Seiten dieses Potentials dar. Um es auszuloten
bewegt sie sich als Grenzgängerin geographisch wie philosophisch zwischen
diesen beiden Welten.
(aus: WDR Funkhaus Europa - Cosmo; Serie Grenzgänger von Florian Goldberg)
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